Wiesenbrüterschutz in der Nuthe-Nieplitz-Niederung
Warum dieses Projekt so wichtig ist
Wiesenbrüter wie der Kiebitz stehen heute stark unter Druck. Was früher ein Allerweltsvogel war, dessen markante Rufe im Frühjahr und Sommer vielerorts zu hören waren, ist inzwischen selten geworden und vielerorts die Landschaft verstummt.
Ihre Lebensräume – offene, feuchte Wiesen mit geeigneter Vegetationsstruktur – sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Gleichzeitig steigt der Druck auf die verbliebenen, oft kleinen und empfindlichen Populationen: Raubsäuger wie Fuchs und Dachs sowie invasive Arten wie Waschbär und Marderhund erhöhen den Prädationsdruck zusätzlich.
Der Kiebitz steht mit seinem anhaltenden Bestandsrückgang stellvertretend für viele weitere Wiesenbrüter. Arten wie der Große Brachvogel sind in Brandenburg inzwischen nur noch sehr selten und brüten in der Nuthe-Nieplitz-Niederung bereits nicht mehr. Damit sich diese Entwicklung beim Kiebitz nicht fortsetzt, ist es entscheidend, die letzten Brutvorkommen in unserer Region gezielt zu schützen und zu stärken.
Was wir tun – unser Projekt
Seit 2024 führt der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e. V. ein Pilotprojekt zum Schutz von Wiesenbrütern durch. Auftraggeber ist das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLEUV).
Ziel des Projekts ist es, wirksame Schutzmaßnahmen zu erproben und weiterzuentwickeln – insbesondere die Sicherung von Brutgebieten durch temporäre Einzäunung, um Raubsäuger fernzuhalten. Dadurch sollen Wiesenbrüter während der sensiblen Brut- und Aufzuchtphase besser geschützt werden.
Das Projekt läuft über drei Brutperioden bis einschließlich 2026. Jedes Jahr ab Mitte März – mit der Rückkehr der Kiebitze – wird der mobile Schutzzaun aufgebaut und bis in den Juni hinein betreut.
Wo wir arbeiten – das Projektgebiet
Das rund 25 Hektar große Projektgebiet liegt im Natur- und Vogelschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung. Die Fläche wurde bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig von Kiebitzen als Bruthabitat genutzt und bietet daher ein großes Potenzial für gezielte Schutzmaßnahmen.
Temporär überstaute Senken, offene Vegetationsstrukturen und extensiv genutzte Flächen schaffen grundsätzlich gute Bedingungen für Wiesenbrüter – auch wenn schwankende Wasserstände weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellen.
Wie wir helfen – unsere Maßnahmen
Zur Verbesserung der Habitatbedingungen werden bereits vor der Brutsaison gezielte Maßnahmen umgesetzt: Eine Schilfmahd der Gräben sowie die extensive Beweidung mit Schafen schaffen offene, kurzrasige und strukturreiche Lebensräume.
Während der Brutzeit schützt ein elektrifizierter Zaun die Fläche wirksam vor Prädatoren und sorgt für möglichst störungsarme Bedingungen. Ergänzend erfolgt eine angepasste Bewirtschaftung mit gezielter Beweidung und später Mahd, um die Habitatqualität langfristig zu sichern.
Wissen schaffen – Monitoring im Projekt
Ein kontinuierliches Monitoring bildet die Grundlage des Projekts. Regelmäßige Begehungen mit Fernglas und Spektiv, der Einsatz von Wildkameras sowie Drohnen mit Wärmebildtechnik ermöglichen eine detaillierte und zugleich schonende Beobachtung des Brutgeschehens. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Maßnahmen ein.
Das zeigt sich bereits – erste Erfolge
Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend: Mehrere Kiebitz-Brutpaare konnten erfolgreich brüten, und erstmals wurden flügge, flugfähige Jungvögel nachgewiesen. Der Schutzzaun zeigt dabei eine deutliche Wirkung und wird von den Kiebitzen gut angenommen.
Auch andere Arten wie Graugans, Stockente, Braunkehlchen, Grauammer, Wiesenpieper und Feldlerche profitieren vom Projektgebiet.
Wie es weitergeht – unser Ausblick
Der Schutz von Wiesenbrütern bleibt eine langfristige Aufgabe. Herausforderungen bestehen weiterhin insbesondere in der Wasserverfügbarkeit sowie in der Sicherung geeigneter Lebensräume und ausreichender Nahrungsangebote – auch über die Projektfläche hinaus.
Das Projekt wird daher kontinuierlich fortgeführt und weiterentwickelt, mit dem Ziel, die regionale Wiesenbrüterpopulation langfristig zu stabilisieren und zu stärken.
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