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Tiere der Nacht – aktiv, jagend, leuchtend!

Tiere der Nacht © Landschafts-Förderverein  Nuthe-Nieplitz- Niederung e.V./Menzel (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Tiere der Nacht © Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz- Niederung e.V./Menzel

Am 20. Juni hieß es am NaturParkZentrum: Taschenlampen bereithalten, Ohren spitzen und gemeinsam die faszinierende Welt der nachtaktiven Tiere entdecken. Wir freuten uns, an diesem Abend eine besondere Alternative zum Fußballprogramm anbieten zu können. Zahlreiche interessierte Teilnehmende – von klein bis groß – machten sich mit uns auf die Suche nach den Tieren der Nacht.


Die Veranstaltung fand erstmals in dieser besonderen Kombination statt: Im Mittelpunkt standen sowohl Fledermäuse als auch Nachtfalter und die Frage, wie die Lebensweisen dieser Tiere miteinander verbunden sind. Dabei wollten wir vor allem zeigen, dass das Leben in der Natur mit Einbruch der Dunkelheit keineswegs zur Ruhe kommt. Ganz im Gegenteil: Für viele Tiere beginnt nun erst die aktivste Zeit des Tages.


Um 19 Uhr starteten wir am NaturParkZentrum mit einer kurzen Einführung. Warum sind manche Tiere vor allem nachts aktiv? Welche Arten können wir in der Dunkelheit beobachten? Und mit welchen besonderen Fähigkeiten haben sie sich an ein Leben bei wenig Licht angepasst?


Anschließend begann unsere Spurensuche mit einem Abstecher in das Wildgehege. Dort konnten wir Mufflons sowie Dam- und Rotwild beobachten. Der besondere Fokus lag jedoch zunächst auf den Fledermäusen unserer Region. Die Teilnehmenden erfuhren, woran sich verschiedene Arten erkennen lassen, welche Merkmale bei der Bestimmung helfen und wie Fledermäuse im Gelände nachgewiesen werden können.


Dafür kamen sogenannte Bat-Detektoren zum Einsatz. Diese Geräte wandeln die für Menschen nicht hörbaren Ultraschallrufe der Fledermäuse in hörbare Signale um. An der Feuchtwiese konnten alle Teilnehmenden die Handhabung der Geräte selbst ausprobieren. Während im Hintergrund Grillen zirpten und der Ruf des Kuckucks zu hören war, schweifte der Blick immer wieder zu den Tieren des Wildgeheges.


Bereits dort begegneten uns die ersten Zwergfledermäuse. Am großen Teich in den Glauer Feldern folgte ein weiterer besonderer Moment: Lange konnten wir einen Großen Abendsegler bei der Jagd vor dem Abendhimmel beobachten. Mithilfe der Bat-Detektoren ließen sich seine Jagdflüge nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren verfolgen.
Faszinierende Welt der Nachtfalter.


Mit zunehmender Dunkelheit rückten schließlich die Nachtfalter in den Mittelpunkt. Unsere Referentin Cathrina Balthasar führte uns in die Welt und die Lebensweise dieser faszinierenden Schmetterlinge ein. Die Dämmerung verwandelte sich nach und nach in die Bühne eines eindrucksvollen Naturschauspiels: Schwärmer, Eulenfalter und Spanner flogen lautlos durch die Nacht.
Nachtfalter stellen den weitaus größten Teil unserer heimischen Schmetterlingsarten. Obwohl sie meist im Verborgenen leben, überraschen sie durch eine beeindruckende Formen- und Farbenvielfalt. Gleichzeitig erfüllen sie wichtige ökologische Aufgaben – unter anderem als Bestäuber und als Nahrungsgrundlage für Fledermäuse, Vögel und andere Tiere.


Mithilfe eines Lichtturms wurden die Falter angelockt. Auf einem weißen Tuch konnten wir sie anschließend aus nächster Nähe betrachten und gemeinsam bestimmen. Ein besonderes Highlight war ein Weidenbohrer. Wir erfuhren, dass diese Falter nur für kurze Zeit im Jahr aktiv sind. In dieser Lebensphase widmen sie sich ausschließlich der Fortpflanzung, denn im Gegensatz zu ihren Raupen besitzen die fertigen Falter keine funktionsfähigen Mundwerkzeuge mehr und können keine Nahrung aufnehmen.
Zwischen den zahlreichen Nachtfaltern und den mit dem Bat-Detektor hörbaren Fledermäusen sorgten weitere kleine Tiere beinahe für Konkurrenz zum Lichtturm: Glühwürmchen schwebten leuchtend durch die Dunkelheit. Ein teilnehmendes Kind beschrieb sie besonders treffend als „kleine Irrlichter“. Ein wahrhaft magischer Anblick!


Bis Mitternacht konnten wir einer Vielzahl von Tieren auf die Spur kommen. Am Ende nahmen die Teilnehmenden viele neue Eindrücke, spannende Erkenntnisse und besondere Naturbeobachtungen mit nach Hause.


Unser Tipp: Ende August begeben wir uns erneut auf die Suche nach den Fledermäusen unserer Region. Vielleicht sehen wir uns dort! Weitere Informationen und alle Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

 

Fotoserien

Tiere der Nacht – aktiv, jagend, leuchtend! (24.​06.​2026)